Ziel jedes Übernachtungsangebots: Die Gäste sollen erholt und gut gelaunt in den Tag starten.

Schlafsysteme

Das Bett hat höchste Priorität

von Carla Marconi

Hoteliers verkaufen Schlaf. Dennoch wird oft in andere Bereiche wie Wellness oder Gastronomie investiert, und hochwertige Betten haben in vielen Fällen das Nachsehen. Dass letztere für die Gäste jedoch wichtig sind, belegt eine Untersuchung des Frauenhofer Instituts. Sie besagt, dass für 98 Prozent der Befragten Bett und Matratze im Hotel höchste Priorität haben. Die Hälfte davon würde dafür auch mehr Geld in die Hand nehmen.

Hoteliers reagieren seit einiger Zeit auf die neuen Wünsche ihrer Gäste und investieren in mehr Schlafkomfort. Dabei stehen Boxspringbetten hoch im Kurs.Über diese Entwicklung freuen sich auch Experten der Aktion Gesunder Rücken (AGR), die ein Hotel-Gütesiegel entwickelt hat, das Kunden als Orientierung bei der Hotelauswahl dienen soll. Es besagt, dass das ausgezeichnete Haus mindestens 10 Prozent seiner Zimmer nach AGR-Kriterien ausgestattet hat. Dabei steht das Hotelbett im Zentrum des Interesses. Doch auch andere Details wie Kopfkissen und Sitzgelegenheiten werden unter die Lupe genommen.

Eines der ausgezeichneten Häuser ist das Südtiroler Berghotel Ratschings „Die rückengerechten Bettsysteme, die wir in den Zimmern eingeführt haben, haben uns überzeugt, und das Feedback unserer Kunden ist durchweg positiv. Es war somit eine gute Entscheidung, den Gästen diesen Komfort zu bieten“ sagt Inhaberin Annelies Rainer. Der wesentliche Unterschied zu normalen Matratzen: Die Flügelfederung passt sich bei diesem System dem Körper an folgt elastisch jeder Schlafbewegung.

Überhaupt scheint die Flexibilität der Matratzen für einen guten Schlaf sehr wesentlich zu sein. Dies bestätigt auch Christian Brunner von der Interessengemeinschaft der Rückenschullehrer (IGR). Auch die IGR empfiehlt ein Matratzen-System, dass sich den Bedürfnissen der Gäste anpasst (Interview, Seite 16).

Auf die Matratze konzentriert sich auch das Sweet Bed bei der Ibis-Hotelgruppe. Hier verspricht eine Mehrzonen-Matratze mit unterschiedlicher Dichte und einem belastbaren Schaumkern, bequemen Schlaf. Der Clou hierbei: Die Matratze behält ihre ursprüngliche Form und zwar jede Nacht. Der 3D-Textilbezug sorgt laut Ibis dabei für eine regelmäßige Durchlüftung sowie für ein sanftes Liegegefühl. Zudem sei die Unterfederung der Matratze mit einem verstellbarem Flex-Lattenrost für extreme Belastungen von bis zu 500 Kilogramm ausgelegt. #SEITE#

Auch bei der Hotelsterne-Klassifizierung hat man reagiert. Künftig darf der Gast in einem 3- bis 5-Sterne-Haus eine Matratze mit mindestens 18 Zentimetern Höhe erwarten sowie ein elastisches Federsystem. Neue Extras für die Sterne-Vergabe sind zudem ergonomische, verstellbare Betten oder allergikerfreundliche Bettwäsche.

Mühldorfer, Hersteller von Daunen- und Faserbettwaren für die Hotellerie, hält neben einer ergonomisch angepassten Matratze ein stützendes, ausgleichendes Kopfkissen beim Hotelbett für unverzichtbar und hat dafür auch ein Nackenstützkissen entwickelt. Zudem würden handverlesene Daunen und Federn für einen optimalen Temperaturausgleich sowie für eine hohe Atmungsaktivität und Hygiene sorgen, so die Experten von Mühldorfer. Die Körpertemperatur von 36Grad Celsius des Schläfers müsse dabei permanent gewährleistet sein.

Zunehmend wird auch darauf geachtet, dass die Komponenten eines Bettes nicht nur nach Öko-Tex zertifiziert sind, sondern auch umweltschonend produziert werden.

Und: Die ersten Textildienstleister bieten das „Hotelmietbett“ an und damit eine Full-Service-Lösung für das gesamte Bett. Der Hotelier spart sich die Investition und bleibt liquide. Carla Marconi