Yotel setzt auf moderne Technik: Der Yobot kümmert sich im Cityhotel in New York um das Gepäck der Gäste.
Spektakulär: Die Suite des Yotel in New York.
Kürzlich gestartet: Yotelair am Pariser Flughafen.
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Expansion

Yotel will auch den deutschen Hotelmarkt erobern

von Alexandra Leibfried

LONDON. Die britische Hotelmarke Yotel will so schnell es geht auf dem deutschen Hotelmarkt Fuß fassen. Das bestätigte eine Sprecherin des Unternehmens der AHGZ. "Wir freuen uns auch, den erfolgreichen Start von Yotelair mitteilen zu können", sagte sie. Im Herbst war in Paris am Flughafen das erste Hotel des Subbrands eröffnet worden, die Übernachtung kostet dort ab 59 Euro. In Deutschland kommen für den Markteintritt laut Unternehmen die Flughäfen in Düsseldorf, Frankfurt und München in Frage.

Erkennungsmerkmale von Yotel sind futuristisches Design und moderne Technik auf kleinstem Raum. Gestartet ist das Konzept 2007 in London, 2008 folgte ein Hotel am Amsterdamer Flughafen. Es richtete sich von Anfang an speziell an Reisende an Flughäfen und war eines der ersten Schlafbox-Konzepte überhaupt. Man konnte die Schlafeinheiten stunden- oder tageweise mieten. Trotz kleiner Zimmergrößen sah sich das Unternehmen nie in der Budget-Hotellerie angesiedelt, sondern verglich sich stets mit luxuriösen Flugkabinen. Beim Markenstart 2007an den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick waren die Hightech-Kabinen mit Fleetscreen-TV und schnellem Internetzugang in aller Munde und hatten Vorreiterstatus, was die technische Ausstattung und das Design betraf.

Nach einer längeren Eröffnungspause folgte 2011 das erste Yotel-Stadthotel in New York. Die Zimmergröße startet bei 15 Quadratmetern, man erwartet auch hier eine junge, technikaffine Reiseklientel. In Manhattan gelegen gibt es hier sogar Suiten von 70 Quadratmetern mit Blick auf die Skyline. Bekannt ist das Haus unter anderem, weil sich hier ein Roboter um das Gepäck der Gäste kümmert. Zudem punktet das Hotel mit ansprechender Gastronomie. Aktives Social-Media-Marketing sorgt für viel Aufmerksamkeit bei der jungen Zielgruppe. Und während man zuanfangs bei Yotel nur den Business-Gast im Fokus hatte, setzt man nun insgesamt mehr auf Familien. So haben sowohl die Yotels also auch Yotelair-Unterkünfte mittlerweile Familienkabinen im Bestand.

Verträge in Miami, Singapore und Dubai unterschrieben

Mit der Eröffnung von Yotelair am Flughafen Charles de Gaulle direkt am Terminal wurde seitens des Unternehmens auch der Startschuss für eine globale Expansion beider Hotelmarken gegeben. Drei neue Stadthotels werden 2017 in Boston, Singapore and San Francisco eröffnen. "Um die Stadthotels klar von den Flughafenhotels abzugrenzen, wurde Yotelair ins Leben gerufen", so die Sprecherin. Die nächsten Hotels der Marke Yotelair werden 2018 in Singapore und Miami, 2019 in Brooklyn und Dubai an den Start gehen. "Wir wollen, wenn möglich, in 2017 noch mehr Standorte in Europa, Middle East und Asien vorantreiben", teilte die Sprecherin zudem mit.

Speziell für das Wachstum auf dem deutschen Markt hat sich das Unternehmen Jurian Schouwe ins Boot geholt, der zuvor Vice President Development Europe bei der NH Hotel Group war. Während man international auf eigene Immobilien oder Management-Verträge setzt, wird es in Deutschland voraussichtlich zu Abschlüssen von Pachtverträgen kommen. Wann das erste Yotel oder Yotelair in Deutschland konkret eröffnet, steht noch nicht fest. Für Yotel-Stadthotels kommen laut Unternehmen die Städte Berlin, München, Hamburg, Frankfurt oder Düsseldorf in Frage. Noch seien keine Verträge unterzeichnet worden. Man könne sich aber vorstellen, nicht nur in Stadtzentren zu gehen, sondern auch Szeneviertel ins Auge zu fassen.

Yotel hat seinen Unternehmenssitz in London und ist ein Tochterunternehmen der IFA Hotels & Resorts.