Jessica Schwarz:

Interview: Jessica Schwarz, Schauspielerin & Hotelinhaberin

"Hotels sind für mich ganzjährig Heimat"

MICHELSTADT. Schauspielerin Jessica Schwarz betreibt gemeinsam mit ihrer Schwester das kleine Designhotel "die Träumerei" in ihrem Heimatort Michelstadt im Odenwald. Ende des Jahres sollen weitere fünf Zimmer in einem zweiten Haus folgen. Wir trafen die Schauspielerin auf der Heimtextil in Frankfurt.

Welche Rolle spielen Textilien für Sie in einem Hotel?

Schwarz: Gerade Bettwäsche ist unglaublich wichtig, auch Vorhänge, die eine schöne Lichtstimmung erzeugen, sowie Kissen und Decken. Hotels sind für mich ganzjährig Heimat, und da muss ich mich richtig wohlfühlen können. Außerdem bin ich ja ein Mädchen – und ein ästhetischer Mensch, der gern alles anfasst. Daher bedeutet es für mich sehr viel, welche Farben, Stoffe und Materialien ein Hotelzimmer bietet.

Gibt es Interior-Trends, die Sie besonders faszinieren?

Schwarz: Nachhaltigkeit und Naturmaterialien wie Holz, Stein und Schindeln sind mir sehr wichtig. Interessant war auf der Heimtextil zu hören, wie und welche Pflanzen das Raumklima verbessern können. Bei mir zuhause stehen drei vier Meter hohe Birken an der Wand, denn ich liebe die Natur auch in den Wohnräumen. Spannend ist auch das Thema Digitaldruck, wenn man beispielsweise in einem Bad denkt, man steht in einem großen Wald. So etwas könnte ich mir in einem unserer neuen Zimmer vorstellen.

Würden Sie gern mal in einem anderen Hotel selbst Hand anlegen?

Schwarz: In ganz normalen Kettenhotels denkt man häufig „Hier könnte man doch ...“ Aber auch viele Ketten haben begonnen, die Zimmer individueller zu gestalten und ihnen mehr Charme und Charakter zu geben. So schaue ich mir in jeder Stadt an, welches Hotel neu eröffnet hat. In München mag ich zum Beispiel das Hotel Louis am Viktualienmarkt, das ist ganz großartig. Und generell bin ich ein großer Freund der 25hours-Häuser.

Wie oft erneuern Sie die Ausstattung in Ihrem Hotel?

Schwarz: Meistens schließen wir Anfang des Jahres für ein paar Tage, um zu renovieren. Da werden die Böden gebeizt, alles gestrichen und kleine Macken ausgebessert, denn in diesen kleinen Räumen oder im Treppenhaus, das wir schon viermal umgestrichen haben, stößt man halt auch leichter mal mit einem Koffer irgendwo an. Bilder und Bücher oder andere Kleinigkeiten, die sich schneller abnutzen als gedacht, wechseln wir aber sowieso häufiger aus. Und im Zuge der Erweiterung werden wir auch die alten Zimmer umgestalten. Die Tapeten bleiben wohl, aber Sessel, Kissen und natürlich Matratzen müssen jetzt mal raus.

Die Fragen stellte Stephanie Kreuzer.