Markant: Die Fassade des neuen Geschäftskomplexes Karl
Grüne Oase: Der Innenhof soll das Herstück des neuen Quartiers sein. Gestalten wird ihn der bekannte Landschaftsarchitekt Enzo Enea
Offen: Das Restaurant der Shedhalle hat Zugang zum Garten mit Wasserspiel, Bambus und japanischem Ahorn
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Immobilienprojekt

München: Startschuss für Hotel- und Bürokomplex "Karl"

von Natascha Ziltz

MÜNCHEN. Auf dem ehemaligen Mahag-Gelände an der Münchner Karlstraße soll ein neuer Geschäftskomplex mit Büros, Hotel und Gastronomie entstehen. Für die Gestaltung wird der Londoner Stararchitekt David Chipperfield verantwortlich zeichnen, der den 2016 ausgelobten Planungswettbewerb für sich entschieden hat. 

Sein Entwurf sieht einen kubischen Baukörper vor, der von allen vier Seiten sichtbar ist und sich auf die Industriebauten der Nachbarschaft bezieht. Der nahezu quadratische Grundriss des Komplexes soll eine flexible Nutzung ermöglichen, die den Anforderungen an moderne Büroflächen Rechnung trägt. Mit dem 1400 Quadratmeter großen, zugänglichen Innenhof und einer Shedhalle (Sägezahndach) als Reminiszenz an die industrielle Vergangenheit knüpft Chipperfield an die Identität des Standortes an und setzte sich damit gegen die sieben anderen teilnehmenden Architekturbüros durch. "Uns geht es darum, einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität und eigener Identität zu schaffen. Dieser Ort mit Persönlichkeit soll zu einem lebendigen, urbanen Treffpunkt werden", erläutern die Bauherren Stephanie und Alexej Brecht-Bergen. 

Das entlang der Denisstraße vorgesehene Hotel nutzt den Rücksprung der Shedhalle im Straßenraum als Vorfahrt und Eingang, während der Rest vom zentralen Hof aus zugänglich ist. Für die Gestaltung der Freiflächen wurde der Schweizer Landschaftsarchitekt Enzo Enea beauftragt, der bereits bei Hotelprojekten wie dem Lanserhof am Tegernsee mitgewirkt hat. Der Innenhof soll quasi das Herz des Quartiers sein. Er wird die gemeinsame Adresse aller Mieter, von dem aus sich die Büronutzungen über mehrere Kerne erschließen. In der wiederaufgebauten Shedhalle sind nach Angaben des Bauherren verschiedene Restaurantkonzepte denkbar. Auch eine Skybar ist im Karl vorgesehen, in der Gäste freien Blick über die Münchner Altstadt haben. 

Das zur Zeit brachliegende, 7500 Quadratmeter große Areal ist Teil eines Gebietes, das mit dem Bau des neuen Münchner Hauptbahnhofes an Relevanz gewinnen soll.  Bauherr und Projektentwickler ist Familie Brecht-Bergen, Gesellschafter des deutsch-schweizer Schließsystem-Herstellers Dormakaba. Das Projekt soll voraussichtlich 2020 fertiggestellt sein.