Für Toleranz und Offenheit: Das Magdas Hotel beweist, dass soziales Handel und Wirtschaftlichkeit durchaus vereinbar sind
Blick in die Zimmer
Blick ins Restaurant
Zur Fotostrecke

Integrationsprojekt

Magdas Hotel in Wien investiert in weitere Zimmer

WIEN. Das Wiener Integrationsprojekt Magdas Hotel zieht ein Jahr nach dem Start eine positive Zwischenbilanz: 22.000 Gäste hat das Haus bisher begrüßt, sechs Hochzeiten wurden in den Räumen des Hotels gefeiert. Und die Mitarbeiter, auch wenn viele ohne Hotellerie-Erfahrung dort angefangen hatten, machen sich offenbar gut.

„Intensives Training on the Job begleitet die tägliche Arbeit, ergänzt durch externe Workshops und Praktika in anderen Betrieben“, berichtet Gabriela Sonnleitner, Geschäftsführerin von Magdas Social Business. „Ziel ist es, sie so gut auszubilden, dass sie auch in jedem anderen Hotel oder Restaurant in Österreich bestehen können.“ Besondere Herausforderung: In dem Hotel in der Laufbergergasse arbeiten 20 Menschen mit Fluchthintergrund gemeinsam mit 10 Hotelprofis. Das Projekt wurde von Magdas, Social Business Tochter der Caritas, initiiert.

„Die Erfahrung macht uns sicher: Wer legal hier lebt, soll auch legal hier arbeiten können“, so Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas der Erzdiözese Wien. „Wir haben nichts zu verlieren, aber viel zu gewinnen.“ Zudem zeige das Hotel, dass soziales Handeln und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sein müssen. Das Haus funktioniere wie jedes andere Hotel auch, bekomme keine spezielle Förderung. „Wir sind über alle gängige Buchungsplattformen buchbar, das Feedback der Gäste ist sehr gut“, berichtet Sonnleitner weiter. Ähnlich wie die Mitarbeiter des Hotels, kämen die Gäste aus einer Vielzahl an Nationen und Kontinenten. Besonders gelobt werde die Herzlichkeit und das ungewöhnliche Design.

Die gute Entwicklung ist für die Macher des Hotels offenbar auch Ansporn. Zu den derzeit 78 Zimmern sollen zehn weitere hinzukommen. Sie sollen spätestens im März bezugsfertig sein. rk